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Garmin Varia RTL516 Test

Verarbeitung
(10/10)
Montage
(10/10)
Handling
(9/10)
Leuchtkfraft
(8/10)
Nützlichkeit
(8/10)

Gesamtbewertung


BESONDERHEITEN

+ Mehr Sicherheit durch besseren Überblick
+ Einfache Handhabung
+ Schnelle Montage
+ Schönes Design

- Nur bedingt für starken Stadtverkehr geeignet

259,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.

Beschreibung

Garmin Varia RTL516 Erfahrungsbericht

Sehen und gesehen werden ist wichtig. Diese Weisheit sollten nicht nur die beherzigen, deren Ziel es ist, irgendwann einmal im Dschungelcamp zu landen. Gerade im Straßenverkehr ist Sichtbarkeit besonders wichtig. Da man aber immer nur an sich selbst arbeiten kann und andere Verkehrsteilnehmer leider nicht dazu zwingen kann, sich immer umsichtig zu verhalten, sollte man dafür sorgen, dass man einen Überblick darüber hat, was um einen herum passiert.
Garmin bietet mit seinem Varia RTL516 ein Produkt an, dass genau dabei helfen möchte. Aber kann das innovative Radar fürs Fahrrad die großen Versprechungen auch halten? Wir von ebikeers haben uns Garmins neuste Entwicklung in unserem Varia RTL516 Test genauestens angesehen und beantworten die Frage: Teure Spielerei oder ein Muss für jeden Radfahrer? Unser Varia Erfahrungsbericht sagt es euch!

Das ebikeers Video zum Garmin Varia Test

Garmin Varia RTL 516 Test – Achtung! Radarfalle?

Bevor wir direkt zu technischen Details kommen und auf einzelne Funktionen des Varia RTL516 eingehen, sollten wir uns kurz die Zeit nehmen und erklären, wie dieses Fahrradradar eigentlich funktioniert.
Das Varia RTL516 lässt sich dank der neuen Bluetooth-Verbindung sowohl mit dem eigenen Smartphone als auch mit kompatiblen Garmin Fahrradcomputern verbinden. Der Sensor mit dem eingebauten Rücklicht wird an der Sattelstange angebracht. Einmal aktiviert, weißt es auf alles hin, was sich von hinten nähert. Bis zu 8 individuelle Objekte zeigt das Gerät an. Wir sagen Objekte, da das Gerät keinen Unterschied zwischen Autos, Mopeds, anderen Fahrrädern oder LKWs macht. Alles was sich aus bis zu 140 Metern Entfernung von Hinten nähert, erscheint als weißer Punkt auf dem Display. Dazu verfärbt sich der Bildschirm von grün auf rot und macht per Signalton Aufmerksam. So funktioniert das Garmin Varia RTL516.
Garmin Varia RTL516 Test – sobald die Punkte des Radars aufeinander liegen beduetet das, dass ein Auto auf Höhe des Fahrradfahrers ist

Sobald in der Darstellung des Varia die beiden Punkte auf gleicher Höhe sind bedeutet das auch, dass sich das Auto auf eurer Höhe befindet.

  • Gut zu wissen

    Es gibt das Garmin Varia in verschiedenen Modellen: Das Model RTL516 ist Radar mit Rücklicht. Es gibt auch ein Modell RVR315, welches für Puristen ist und nur die Radar-Funktion in sich trägt.

Braucht man ein Radar fürs Fahrrad eigentlich?

Die Frage die sich einige sicherlich stellen werden: Braucht man denn wirklich ein Radar für die alltäglichen Fahrten? Reicht denn ein wacher Geist und ein Schulterblick nicht aus? Oder sollte ich mir nicht lieber für einen Bruchteil des Geldes ein Paar Seitenspiegel zulegen? Denkbar ist auch, dass diese Art der Technik auch zu einem falschen Gefühl von Sicherheit führt und sich unaufmerksame Radfahrer nur noch darauf verlassen. Durchaus berechtigt, mit einem Blick auf den nicht gerade kleinen Preis, sollten die brennenden Fragen definitiv gestellt werden dürfen. Auch wir haben das getan und teilweise überraschende Antworten erhalten.

Garmin Varia Erfahrungsbericht – Der erste Eindruck

Beim ersten Auspacken kann man schon mal überrascht sein, schließlich wirkt der kleine Kasten beim ersten Begutachten gar nicht mal so aufregend. Bitte nicht falsch verstehen, es ist hochwertig verarbeitet, das ganze Gerät ist sehr robust und Garmins hohen Anspruch an Design erkennt man auch hier sofort. Kein unnötiger Schnickschnack, dafür der Garmin-typische Einschaltknopf mit rotem Strich und blaue Status-LED. Trotzdem könnte man es auf den ersten Blick für ein hübsches Rücklicht halten. Allerdings ist das Rücklicht beim Modell RTL 516 ja eher ein Zusatz und die wahren Stärken des Varias liegen ja eher im inneren des Gerätes und zeigen sich erst auf der Straße. Dafür muss der kleine 71 Gramm leichte Zauberkasten allerdings erst einmal angebracht werden.

Montage

Die Montage des Varia RTL516 ist denkbar einfach. Die Garmin-typische Aufnahme-Plattform wird an der Sattelstütze mit stabilen Gummibändern befestigt. Es wird also kein Werkzeug benötigt und man muss auch keine Löcher ins teure Rad bohren. Damit sich die Aufnahmen-Plattform auch wirklich an allen gängigen Modellen angebracht werden kann, hat Garmin passende Gummi-Adapter beigelegt.
Garmin Varia RTL516 Test – Die Montage ist sehr einfach

Die Montage des Varia RTL516 ist in unserem Test sehr leicht von der Hand gegangen. Es werden von Garmin sogar verschiedene Adapter für unterschiedliche Sattelstützen-Formen mitgeliefert.

Anschließend wird das Varia, wie bei Fahrradcomputern üblich, um 90 Grad gedreht angesteckt und dann um diese 90 Grad gedreht. Ein Klicken quittiert das Einrasten. An dieser Stelle haben wir gar nichts zu bemängeln. Im Handumdrehen war alles an unserem Test-Rad angebracht. Kein Wackeln, kein unsicheres Gefühl. Das Varia sitzt fest und lässt sich dank des Klickmechanismus auch schnell abnehmen und in die Tasche stecken, zum Beispiel, wenn man es mit in die Wohnung nehmen und aufladen möchte.

Koppeln von Varia und Fahrradcomputer

Beim ersten in Betrieb nehmen, muss das Varia mit einem Fahrradcomputer oder Smartphone gekoppelt werden. Für unseren Test war Garmin so freundlich, uns neben dem Varia auch einen ihrer Edge Explorer zur Verfügung zu stellen. Kopplung und Umgang waren sehr angenehm und schnell, unterscheiden sich aber auch nicht groß von dem in der offiziellen Varia-App, die Garmin bereitstellt. Wer also sein Smartphone als Fahrradcomputer einsetzt, braucht sich kein gesondertes Gerät anzuschaffen.
Garmin Varia RTL516 Test – das Koppeln der Sensoren geht schnell

Das Koppeln des Varia mit dem Garmin Edge Explorer geht mit einem Klick. Von da an finden sich die beiden Geräte automatisch, sobald sie angeschaltet werden.

Um eine Verbindung herzustellen, mussten wir lediglich das Varia einschalten und in der Sensor-Einstellungen des Edge Explorer die Suche starten. In unserem Garmin Varia Test wurde das Radar sofort erkannt und gekoppelt. Von da startet man nur das Varia und den Fahrradcomputer in beliebiger Reihenfolge, auch bei mehrmaligem Ein- und Ausschalten haben sich die beiden Geräte immer sofort und zuverlässig gefunden.

Faktencheck des Garmin Varia Radar

Garmin gibt an, dass das Varia Radar Objekte erkennt, die sich bis zu 140 Meter hinter einem befinden und mit einer Geschwindigkeit zwischen 10 und 160 km/h nähern. In unserem Alltags-Test kamen uns diese Angaben schon realistisch vor, auch wenn wir glücklicherweise bei der Fahrt in der Innenstadt nie mit 160 Sachen überholt wurden. Wenn sich also ein Objekt von hinten nähert, verfärbt sich der Bildschirm an den Rändern und es wird die Distanzleiste eingeblendet.
BildschirmfarbeBedeutung
GrünKein Fahrzeug
GelbEs nähert sich ein Fahrzeug mit moderater Geschwindigkeit
RotEin Fahrzeug nähert sich schnell
Der oberste Punkt auf der simplen Distanzleiste sind wir selbst, von unten kommen die anderen Fahrzeuge je nach Geschwindigkeit auf uns zu, ebenfalls dargestellt als Punkte. In Bewegung ist diese einfache Darstellung sehr angenehm, da man sie sehr schnell erfassen kann und nicht abgelenkt wird von Animationen oder unnötigen Informationen.
Garmin Varia RTL516 Test – Die Radarfunktion wird in kompatiblen Geräten dargestellt

Das Radar wird in den Displays von allen kompatiblen Geräten gleich dargestellt: Der obere Punkt sind wir, die darunter liegenden Punkte sind heran nahende Fahrzeuge.

Garmin Varia Erfahrungsbericht – So schlägt sich das Radar im Alltagstest

In unserem Garmin Varia Test waren wir von der Zuverlässigkeit der Erkennung beindruckt. Das Radar konnte selbst 4 bis 5 Fahrzeuge zuverlässig orten und deren Geschwindigkeit korrekt wiedergeben. Da es dabei keinen Unterschied macht, ob es sich um ein Auto ein Mofa, ein anderes Fahrrad oder E-Bike handelt, ist es auch auf breiten Radwegen ein sinnvoller Helfer. Schnellere Radfahrer, die sich von hinten nähern und einen überholen wollen, erkennt das Gerät genauso wie andere Fahrzeuge. Und da das Varia Fahrrad-Radar nur solche Objekte wahrnimmt, die sich nähern, gibt es auch keine Komplikationen, mit anderen Verkehrsteilnehmern, die man überholt und dann plötzlich auf dem Radar auftauchen.

Erkennungswinkel

Es ist zwar sicherlich logisch, doch wir wollen kurz erwähnen, dass das Gerät natürlich nur nach hinten scannt. Weder Fahrzeuge und Objekte von vorne noch aus herannahenden Seitenstraßen werden wahrgenommen.
Laut Hersteller hat das Gerät einen 40 Grad breiten Erkennungskegel, in dem es Annäherungen registriert. Dadurch werden allerdings auch Fahrzeuge geortet, die sich zum Beispiel auf der Straße neben dem Radweg befinden. Bei unserer Testrunde wurden uns also auch dieses Autos angezeigt. Das ist sicherlich schön, um einen Überblick zu behalten, kann aber auch störend sein, weil das Gerät hierdurch unnötig alarmiert. Wünschenswert wäre es, wenn man den Erkennungskegel über den Fahrrad-Computer verändert könnte.

Varia kündigt den nächsten atomaren Weltkrieg an!

Was hingegen wirklich störend war, waren die Tonsignale. Wir wissen nicht, ob es nur so nervig in unserem Edge Explorer Fahrradcomputer ist, oder auch auf anderen Geräten. Aber wir empfehlen definitiv, den voreingestellten Mehrfachsound auf „Einfachton“ umzustellen. Die Audiowarnung ist zwar ein praktischer und wichtiger Zusatz zum Visuellen, doch gerade zu Beginn im Stadtverkehr, hat es gewirkt, als wolle uns das Varia auf einen nahenden Atomschlag hinweisen und nicht auf ein anrollendes Moped. Bei einem hohen Verkehrsaufkommen kommt das Gerät sonst gar nicht mehr aus dem Piepsen raus. Grundsätzlich kann man den Ton zwar auch deaktivieren, aber dann verliert man die Warnung schnell aus dem Auge. Ideal wäre aus unserer Sicht eine optionale Kopplung mit Smartwatches. Bei der Apple Watch wäre ein „anticken“ als Warnung eine gute Idee.

Rücklicht des Varia RTL516

Das eingebaute Rücklicht ist hell und sorgt für eine gute Sichtbarkeit. Hersteller Garmin gibt an, dass das Rücklicht bis zu 1,6 km weit in der Dunkelheit reicht. Uns schien beim Testen, dass dieser Wert eher ein theoretischer ist. Subjektiv empfunden gibt es noch hellere und größere Rücklichter auf dem Markt, wie unser Fahrradlicht Test zeigt. Nichtsdestotrotz kann das Rücklicht mit seiner Leistung in allem Bereichen überzeugen. Es war definitiv eine clevere Idee das Varia mit einem Rücklicht zu verheiraten. Schließlich spart man sich einiges an Platz an der Sattelstange und muss auch nicht den Akkustand mehrerer Geräte im Blick behalten.
In den Einstellungen kann man aus verschiedenen Lichtmodi auswählen. Grundsätzlich lässt sich neben an und aus auch blinkend einstellen, das hat das Varia bei uns allerdings nicht gemacht. Wir vermuten, weil blinkend im StVZO nicht zugelassen ist.
Garmin Varia RTL516 Test – Verarbeitung und Lichtstärke sind gut

Garmin Varia RTL516 Test – Die Verarbeitung ist auf gewohnt hohem Niveau. Kluge Idee, dass das Radar und Rücklicht in einem Gerät verbaut ist.

Update: Auf Nachfrage hat uns Garmin auch noch einmal bestätigt, dass der blinkende Modus des Rücklicht in Deutschland aufgrund der StVZO nicht erlaubt und daher deaktiviert wurde.

Unser Fazit

Im Straßenverkehr der Großstadt ist der Nutzen, unserer Meinung nach, nur begrenzt da. Weil man hier permanent von ganzen Kolonnen von Autos überholt wird. Da kommt das Varia gar nicht mehr aus dem Alarm schlagen heraus, sodass wir zwischenzeitlich Sorge hatten, dass das arme Kleine anfängt zu hyperventilieren. Der Größere Nutzen ist unserer Meinung nach eher auf nicht so stark befahrenen Straßen gegeben. Wer längere Touren übers Land macht oder mit dem Rad Abends unterwegs ist, wenn sich der Verkehr beruhigt hat, der wird jedoch durchaus Dankbar für die Unterstützung sein.
Interessant dürften das Gerät in Zukunft durch die steigende Elektromobilität werden. Leisere Fahrzeuge, die trotzdem hohe Geschwindigkeiten erreichen können, sind eine potentielle Gefahr, der man mit dem Garmin Varia RTL 516 etwas entgegensetzen kann. Auch wenn der Fahrtwind so laut in den Ohren dröhnt, dass man herannahende Fahrzeuge nicht hört, ist das Garmin als digitaler Rückspiegel eine echte Bereicherung.
Die Angabe, wie viele Autos, Motoräder oder Fahrräder von hinten kommen, hilft auch damit man selbst einen Überholvorgang koordinieren kann und nicht plötzlich ausschert, obwohl von hinten etwas kommt.

Wünsche für Weiterentwicklung

 
Für die Zukunft würden wir uns wünschen, dass sich das Varia Radar mit Smartwatches koppeln lässt und man den Erkennungskegel auf die eigene Situation anpassen kann. Darüber hinaus könnte noch mehr mit dem Rücklicht gearbeitet wären. Beispielsweise könnte man bei besonders schnell nähernden Autos das Rücklicht blinken oder heller scheinen lassen, um so besser wahrgenommen zu werden – sofern es sich mit dem Gesetzgeber vereinbaren lässt.
Doch gerade was unsere Verbesserungswünsche angeht, sind wir Hoffnungsvoll. Dank der Bluetooth-Verbindung besteht die Möglichkeit, dass Dritthersteller Apps oder Geräte auf den Markt bringen, die Varia RTL516 nutzen. Aktuell müssen sich diese Anbieter zwar mit Garmin absprechen, es bietet aber in jedem Fall die Möglichkeit, dass in Zukunft noch einige spannende Anwendungszwecke hinzukommen.
Insgesamt gewinnt man durch das Varia RTL516 einen besseren Überblick darüber, was hinter einem los ist und damit gutes und sicheres Gefühl im Straßenverkehr. Wir haben das Varia von Garmin während unseres Test ins Herz geschlossen. Aufgrund der vielen Vorteile und der innovativen Idee verleihen wir dem Garmin Varia unseren ebikeers Kauftipp-Award!
eikers KaufTipp Award für das Garmin Vario RTL 516
  Quellen: Garmin Varia Website

259,00 €

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Erfahrungsberichte


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